Epilog Mannichl – Teil 2

Natürlich gibt es nicht ein allein-seeligmachendes Patentrezept gegen den braunen Sumpf, aber einer von vielen Aspekten ist, dass…

…in Deutschland meines Erachtens die Ganztagsschule verpflichtend etabliert werden muss. Unter Ganztagsschule verstehe ich jedoch nicht eine „Schülerverwahrungsinstitution“, sondern einen Ort, an welchem junge Menschen nicht nur unterrichtet werden, sondern auch gemeinsam zu Mittag essen, (sofern nötig unter Hilfe/Anleitung von Lehrern oder qualifizierten Hartz-IV-Empfängern – warum nicht?) Schulaufgaben machen und darüberhinaus in Arbeitsgemeinschaften (Sport-, Theater-, Hip-Hop-, Aquarium-AG usw.) sinnvoll ihre Freizeit miteinander verbringen können.

Warum verpflichtend? Damit keine Ghettoisierung erfolgt, sondern sowohl Kinder aus „normalen“ als auch „prekären“ familiären Verhältnissen miteinander im Gedankenaustausch/Kontakt stehen…

So wird den Schülern die Möglichkeit gegeben, sich mit Klasskameraden nicht nur über ihre Schulaufgaben, sondern auch ihren persönlichen Hintergund -ihre Wünsche, Hoffnungen, Ängste- auszutauschen. Dies würde nach meiner Überzeugung ein tieferes Verständnis der Schüler füreinander und damit ein verbessertes Sozialverhalten bewirken. Aber auch das Verhältnis der Lehrer untereinander, sowie das Verhältnis von Schülern zu Lehrern würde meines Erachtens deutlich verbessert.

Ein weiterer Aspekt, den ich aus meiner eigenen Schulerfahrung kenne: ein Schüler, der einen Sachverhalt verstanden hat, ist für einen Schulkameraden, dem er diesen Sachverhalt erklärt, in Regel der bessere Nachhilfelehrer. Ein weiterer  positiver Nebeneffekt: ersterer hat für sich selbst die Kontrolle, ob er den Sachverhalt verstanden hat…Denn nur wer etwas wirklich verstanden hat, kann es auch einem anderen erklären.

Wie kann man solch eine soziale und volkswirtschafliche „Goldgrube“ ungenutzt brachliegen lassen?

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