Street View – die Schweden sehen es mit Gelassenheit

In der taz vom 19.08.2010 fand ich insbesondere diese Passage interessant:

»Schweden hat eine Tradition der Offenheit, nicht der Abschirmung. Es gibt nicht nur das „Allemannsrätt“, ein als Gewohnheitsrecht verankertes „Jedermannsrecht“, das zur Freude von Touristen eine begrenzte Nutzung der Natur auch ohne Erlaubnis des jeweiligen Grundeigentümers erlaubt, sondern auch das verfassungsrechtlich verankerte „Öffentlichkeitsprinzip“.

Prinzipiell ist die gesamte staatliche Tätigkeit öffentlich. Wer will, kann sich täglich den Posteingang des Bürgermeisters oder Ministers ansehen. Eine solche Offenheit hat aber auch Auswirkungen auf den Einblick in die Privatsphäre, die Individuen akzeptieren müssen: Die Steuerdaten des Nachbarn sind kein Geheimnis.«

Das sogenannte „Allemansrätten“ ist mir aus meinen Norwegen-Urlauben (und den damit verbundenen Möglichkeiten, „wild zu campen“) geläufig und macht mir die skandinavischen Länder auch sehr sympathisch. Darüberhinaus fällt mir bereits seit vielen Jahren auf, dass in den skandinavischen Gesellschaften früh Themen diskutiert und umgesetzt werden, die man in Deutschland noch nicht einmal zu denken wagt oder erst viel, viel später realisiert. Vertrauensarbeit, wie ich sie nun auch schon seit ein paar Jahren von meinem Arbeitsplatz kenne, gab es für einen Freund von mir, der bei Oslo arbeitet und lebt, schon vor ca. 20 Jahren. No big deal for Norwegians…

Street View: leider wieder ein Beispiel für deutsche Dogmatik gegenüber der Pragmatik anderer Länder…

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