Einige US-Politiker fordern seinen Tod: Julian Assange – das Phantom von Wikileaks | RP ONLINE

Einige US-Politiker fordern seinen Tod: Julian Assange – das Phantom von Wikileaks | RP ONLINE.

Ich bin mir nicht so sicher, wie ich zu Wikileaks stehe. Nicht alles, was es an Geheimnissen gibt, ist es wirklich wert, ausgeplaudert zu werden. Manches bleibt lieber ungesagt. Ich denke, dass jeder von uns da seine „Leichen im Keller“ hat und die meisten dort auch ruhen lassen sollte. Denn, dass man Menschen einschätzt und bewertet, ist vollkommen normal. Ob man das dann auch noch schonungslos im Internet verbreiten muss…Meiner Meinung nach in der Regel nicht. Sicherlich gibt es ähnliche Einschätzungen von ausländischen Politikern auch in der deutschen Regierung; Glück gehabt, dass noch keiner diese Informationen an Wikileaks weitergegeben hat. Hier erliegt meines Erachtens Wikileaks dem Zwang, um jeden Preis „auf die Kacke hauen“ zu müssen. Vielleicht meinen die Verantwortlichen sich -als Nebeneffekt- auf diese Weise unantastbar machen zu können?

Wenn ich aber an die Aufzeichnungen vom US-Luftangriff auf unschuldige Zivilisten in Bagdad und die zynischen Kommentare der angreifenden Hubschrauber-Besatzung denke, hat die Veröffentlichung der Filmaufzeichnung in Wikileaks meine vollste Sympathie. Was soll daran schützenswert sein? Wenn Unschuldige in kriegerischen Auseinandersetzungen versehentlich getötet werden, ist das tragisch, aber aus meiner Sicht -sorry to say- verzeihlich. Es gibt keinen „sauberen“ Krieg, so ist eben realer Krieg. Wenn aber -wie in diesem Fall- keine „Gefahr im Verzuge“ war, sondern nur die pure Lust am Töten -aus einer Laune heraus- aufgedeckt wird – absolut d´accord! Offensichtlich hat das „Leak“ noch einen Rest an moralischen Skrupeln ob dieser Scheußlichkeit besessen – Respekt.

Zwischen diesen Extremen gibt es natürlich alle Schattierungen von Grau. Im Sinne eines seriösen Journalismus muss einer Veröffentlichung von geheimem Material eine genaue Abwägung von möglichen Gefährdungen von Akteuren/Betroffenen/sinnvollen Aktionen und dem Recht der Öffentlichkeit auf Information über Missstände jeglicher Art vorausgehen. Unsere schnelllebige Zeit lässt diese Abwägung leider zu oft unter die Räder geraten. Und das ist auch das Problem, das ich mit Wikileaks habe.

Trotzdem bin ich mal gespannt, was es Anfang 2011 über die Praktiken von Zockerbanken und deren Interna zu sagen gibt…Ich glaube, da werde ich nicht viel Mitleid mit den Hauptakteuren haben! Wenn es Wikileaks dann noch gibt…

Ach ja: Julian Assange deswegen umbringen? Das befürworten vermutlich genau solche Psychopathen, die im Krieg auf unschuldige Zivilisten schießen würden, dies aber im zivilen Leben „leider“ nicht dürfen…Verflixt auch! Trotz allem Für und Wider – eines muss man Assange zugestehen: der Mann hat Chuzpe!

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